„Wir wohnen sehr nahe an der Schule.“, sagt Ivancic. „Ich bringe meinen Sohn – und bald meine Tochter – einfach zu Fuß. Aber ich verstehe alle Eltern, die weiter weg wohnen und das einfach zusätzlich zum Arbeitsalltag zeitlich nicht schaffen.“ Für diese Eltern und Kinder gab es bislang einen Schulbus. Laut Angaben des Fördervereins nutzen den 70-80 Familien regelmäßig. „Auf jeden Fall“, bestätigt Ivancic. „ist dieser Bus immer sehr voll.“
Für Kinder, die näher wohnen oder mit dem Auto gebracht wurden, suchten wir eine Lösung und dabei kam auch die Idee eines "Walking Busses" auf. Dieser sollte vom Gerhardt-Hauptmann-Platz die Kinder die letzten Meter begleiten, damit Eltern nicht in die Sackgasse direkt vor die Schule fahren, aber trotzdem ihre Kinder gut begleitet wissen. Diese Idee haben wir als Grüne Fraktion unterstützt. Als dann in der April-Sitzung des Rates von der Verwaltung der Vorschlag kam, den Schulbus mit dem Walking Bus zu ersetzen, hat der Co-Fraktionsvorsitzende Horst-Dieter Heidenreich folglich zurückhaltend reagiert. „Typisch für die Stadtverwaltung kam der Tagesordnungspunkt als Nachtrag – viel zu kurzfristig, um Rücksprache mit Betroffenen zu halten.“, erklärt Heidenreich. „Ich hatte nichts grundsätzlich gegen einen Walking Bus - etwa den ursprünglich geplanten vom Gerhart-Hauptmann-Platz aus und sprach mich daher dafür aus, die Abschaffung des Schulbusses zunächst zurückzustellen und weitere rechtliche und organisatorische Dinge zu klären - leider vergeblich." Dabei war die Schülerbeförderung seinerzeit zugesichert worden, weil die Grundschule in Kellersberg – gegen die Stimmen der Grünen – geschlossen worden war.
Seit dem Beschluss im April hat sich eine aktive Elterninitiative gegründet, mit der wir in Kontakt stehen. Einige Eltern haben offen gesagt, dass sie mit Abschaffung des Schulbusses ihre Kinder mit dem Auto bringen würden. Ivancic dazu: „Die Rucksäcke der Erstklässler wiegen mit Essen, Getränken und Schulmaterial zum Teil bereits 8-9 kg. Fast die Hälfte des Körpergewichts mancher Sechsjähriger! Dazu kommt Hitze, Kälte, Schnee und sehr wenig Begleitpersonal. Wir befürchten, dass mindestens die Hälfte der bisherigen Buskinder das Angebot nicht annehmen werden – und stattdessen das Verkehrschaos vor der Schule mit weiteren Autos verschlimmern.“
Als wir gestern in der Ratssitzung nachgehakt haben, schöpften wir leise Hoffnung. Burgermeister Krämer sagte, man sei "nicht beratungsresistent". Heißt das, dass wir vielleicht noch in diesem Jahr den Schulbus wieder einführen werden? Das wäre ein großer Erfolg für die engagierten Eltern - und die Verkehrssicherheit.