Zu viele Schadstoffe!

    Beitrag vom: 02.11.2018

     

    Zu laut, zu schmutzig, zu ungemütlich. Alsdorfer Bürgern ist längst klar, dass die Bahnhofsstraße keine angenehme Flaniermeile ist. Gerade in diesem heißen Sommer mit wenig Regen stiegen einem die Abgase zu bestimmten Tageszeiten förmlich in die Nase. Mit Kindern traut man sich nicht, im Eiscafé draußen zu sitzen - außer die Straße ist beim Europafest gesperrt.

    Uns, den Alsdorfer GRÜNEN, war das Grund genug, mal genau nachzuforschen. Wie hier angekündigt haben wir zusammen mit Oliver Krischer, MdB, unserem Kandidaten für den StädteRegionsrat getestet, wie "dick" die Luft in der Alsdorfer Innenstadt tatsächlich ist. Drei Wochen lang sammelte das Messröhrchen die Stickoxidkonzentration auf Höhe der Haltestelle Anna I, vom 20.9. bis zum 11.10.2018. Gemessen wurden 35,2 Mikrogramm pro Kubikmeter, der EU-weite Grenzwert liegt bei 40 Mikrogramm.

    Dass der Alsdorfer Messwert unter diesem Grenzwert liegt, ist dabei kein Grund zur Entwarnung: immerhin heißt es, dass der Grenzwert zu 88% erreicht wurde. Zudem wurde in circa drei Meter Höhe gemessen: Schadstoffe werden aber in Bodennähe ausgestoßen, also da, wo Kinder laufen oder wo man an einem Tisch sein Eis genießen möchte. In Stoßzeiten wird der Grenzwert weit übertroffen.

    Unsere Messung zeigt, dass auch kleinere Städte umdenken müssen. Oliver Krischer dazu:

    "Der Wert in Alsdorf liegt zwar knapp unter dem Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter. Im Jahresmittel können die Werte jedoch schnell den Grenzwert überschreiten. Zum Vergleich: In der Schweiz liegt der Grenzwert schon bei 20 Mikrogramm/m3​. Kein Grund also, um durchzuatmen! Wir müssen jetzt handeln: Fahrzeuge müssen sauber gemacht und mit geeigneter Hardware nachgerüstet werden. Um die Dieselfahrer/innen vor möglichen Fahrverboten bei einem weiterem Ansteigen der Schadstoffwerte zu schützen und die Luft zu verbessern, müssen jetzt auch von Seiten der Stadt Alsdorf konkrete Handlungen folgen. Außerdem brauchen wir ein grundsätzliches Umdenken in der Verkehrspolitik und eine dauerhafte Finanzierung der kommunalen Verkehrsinfrastruktur durch den Bund."

    Wir als GRÜNE in Ortsverband und Stadtrat sehen sofortigen Handlungsbedarf und bereiten entsprechende Anträge für saubere Luft und clevere Verkehrsführung in der Alsdorfer Innenstadt vor.

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