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So geht Mobilitätswende nicht!

Unsolidarisch und rückwärtsgewandt: Alsdorfer Ausschuss für Stadtentwicklung blockiert Taktverdichtung für Baesweiler

Beitrag vom: 03.03.2021

 

Nur auf unseren Antrag hin überhaupt beraten, wurde mit großer Mehrheit eine Erhöhung der Taktung für die Buslinie 51 nach Baesweiler abgelehnt - oder auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verschoben, zurückgestellt auf eine Beratung irgendwann im Rahmen des städtischen Klimaschutzkonzeptes.

Eigentlich ist es unfassbar: es geht um eine Haltestelle und etwa zwei Kilometer Strecke auf dem Alsdorfer Stadtgebiet, Kosten im Jahr etwa 11.000 €. Dann hätte Baesweiler zumindest einen 15-Minuten-Takt nach Aachen. Jeder, der (vor der Pandemie) schon einmal in Stoßzeiten mit der 51 gefahren ist weiß, wie nötig Baesweiler diese Verbindung hat. Zum Vergleich: 2019 beliefen sich die Gewinne aus der Parkraumbewirtschaftung auf 194.425 €. Wir hatten ja nicht zu hoffen gewagt, dass sich Alsdorf dem weitergehenden Antrag aus Würselen anschließen würde, den Takt auf 10 Minuten zu verkürzen. Die Kosten wären bedeutend höher gewesen.

11.000 € - wären das überhaupt 10 ct pro Stunde Parken mehr? 

Der Alsdorfer Stadtrat (tatsächlich stimmten nur die GRÜNEN für die Takterhöhung) blockiert mit seiner Entscheidung die Bestrebungen, den ÖPNV in der StädteRegion attraktiver zu machen, Baesweiler besser an Aachen, Würselen, die Euregiobahn und auch den Alsdorfer Tierpark anzubinden. Stadtverordneter Hartmut Malecha: „Natürlich kann man den Betrag in einer Stärkungspaktkommune wie Alsdorf, die jede Ausgabe drei Mal prüfen muss, nicht als „Peanuts“ bezeichnen. Aber faktisch hätten wir hier mit relativ geringem Aufwand, der leicht refinanziert werden könnte viel für Klimaschutz, bessere Vernetzung und die Zusammenarbeit in der StädteRegion erreichen können.“

 

Auch die GRÜNEN im Rat der Stadt Baesweiler sind entsetzt. 

Fraktionsvorsitzender Rolf Beckers dazu: "Während die SPD in ihrem aktuellen Bundestagswahlprogramm die Taktverdichtung im Personennahverkehr fordert, zeigen die Alsdorfer Akteure erneut das wahre Gesicht der SPD, wenn es darum geht, vollmundige Formulierungen aus Programmen und Feiertagsreden praktisch umzusetzen. Schlimmer noch ist, dass sich die Alsdorfer SPD einer regionalen Zusammenarbeit verweigert. Das Minimum sollte die dringende Umsetzung des 15-Minuten-Takts zwischen Gesamtschule und Baesweiler sein."

Tino Schwedt (SPD) in der Sitzung: „Wir haben da derzeit keinen Bedarf!“ Manfred Held (SPD) meinte, die Baesweiler hätten Alsdorf ja auch mit der Euregiobahn damals „alleingelassen“. Zum Vergleich: Im letzten Wahlprogramm der Alsdorfer SPD (S. 5) steht: „Der ÖPNV in der gesamten Städteregion muss attraktiver werden, als er bisher ist. […] Eine Stärkung des ÖPNV und eine Takt-Verdichtung sind neben der E-Mobilität die Voraussetzung für bessere Luft, für weniger Lärm, für weniger Staus, für mehr Aufenthaltsqualität. “ Und natürlich auch: „Die SPD Alsdorf fordert ein städteregional abgestimmtes Verkehrskonzept“. Eigentlich muss man das nicht kommentieren.

 

Unsolidarisch und rückwärtsgewandt. Jede Stadt für sich. Das wollen WIR nicht. Klimaschutz ist eine Aufgabe, die alle betrifft, Mobilität ein Grundrecht für Alsdorfer und Baesweiler.

 

Was wir tun können? 

 

Vernetzen, diskutieren, Jahr für Jahr Anträge stellen und nicht auf eine Beratung im Rahmen des Klimaschutzkonzeptes oder die Regiotram warten, die erst noch konkret geplant werden muss.